Auf SEINE STIMME hören


12. Sonntag im Jahreskreis C
Sonntag, 23. Juni 2019

  

Einführung in Lesung und Evangelium

      Der aktuelle Frauenstreik am vorletzten Freitag hat viele Menschen in unserer Schweiz bewegt. Höchst interessant ist die Tatsache, dass der Völkerapostel Paulus bereits vor bald 2000 Jahren das Anliegen für die Gleichberechtigung der Frauen verkündet und begründet hat. So steht es in der heutigen Lesung im Brief an die Christengemeinde in Galatien. Das Evangelium seinerseits stellt wichtige Fragen an die Jünger und Jüngerinnen damals und auch heute an uns. Hören wir gut auf Lesung und Evangelium!

Aus der Sonntagslesung
(Glaterbrief 3,26-29)

      Schwestern und Brüder! Ihr alle seid durch den Glauben Söhne Gottes in Christus Jesus. Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus als Gewand angelegt. Es gibt nicht mehr Juden und Griechen, nicht Sklaven und Freie, nicht Mann und Frau; denn ihr alle seid „einer“ in Christus Jesus.

      Wenn ihr aber zu Christus gehört, dann seid ihr Abrahams Nachkommen, Erben kraft der Verheissung.

Aus dem Sonntagsevangelium
(Lukas 9,18-24)

      In jener Zeit betete Jesus für sich allein und die Jünger waren bei ihm. Da fragte er sie: Für wen halten mich die Leute? Sie antworteten: Einige für Johannes den Täufer, andere für Elija; wieder andere sagen: Einer der alten Propheten ist auferstanden.

      Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Petrus antwortete: Für den Christus Gottes. Doch er befahl ihnen und wies sie an, es niemandem zu sagen.

      Und er sagte: Der Menschensohn muss vieles erleiden und von den Ältesten, den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten verworfen werden; er muss getötet werden und am dritten Tage auferweckt werden.

      Zu allen sagte er: Wenn einer hinter mir hergehen will, verleugne er sich selbst, nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, der wird es retten.

 

Predigtwort
„Ihr aber, für wen haltet ihr mich?“

      Die Bibel, das Buch, dieser Schatz von menschlichen Erfahrungen über Jahrhunderten hin, schenkt immer wieder Impulse für volles Leben.

      Im heutigen Evangelium stellt Jesus die Frage an seine Jünger: „Für wen halten mich die Leute?“. Da nennen die Jünger einige Vorbilder aus der Geschichte Jissraels: Johannes der Täufer, Elija oder einer der Propheten. Noch persönlicher fragt Jesus dann seine Jünger und Jüngerinnen: „Für wen haltet ihr mich?“ Das war vor bald 2000 Jahren.

      Wenn aber heute gefragt wird: Für wen halten moderne Christen Jesus? oder konkreter noch: für wen halte ich Jesus?, dann berührt die Frage uns persönlich und existenziell; die Antworten darauf sind dann subjektiv und wohl sehr verschieden je nach persönlichen Erfahrungen und Lebenssituationen.

      Eine häufig gehörte Antwort von heutigen modernen Christen ist: Jesus ist für mich ein hervorragender Mensch, ein Vorbild, wie man menschlich gut leben soll. Bei Jesus und an ihm lerne ich, was echtes Vertrauen, Hoffen und Lieben ist. An seinen Gleichnissen, seinem Wirken, seinem Leben und Sterben wird mir ein Weg gezeigt von vertrauendem, offenem Menschsein. 

      Mir scheint, dass heute oftmals Christen in dieser Art und Weise von Jesus betroffen und bewegt sind; zugleich fällt mir auf, dass es auch Katholiken in unserer Zeit oftmals schwer fällt, an Jesus Christus als den Auferstandenen, den Messias, den Sohn Gottes, zu glauben.

      Ich kann das gut verstehen. Es ist tatsächlich begreiflicher für den Verstand, sich von den packenden Gleichnissen und wunderbaren Heilungen Jesu überzeugen zu lassen als vom erschreckenden Kreuzestod Jesu.

      Authentisches christliches Glauben und Vertrauen geht allerdings noch einen Schritt weiter. Die Jüngergruppe Jesu hat nach dem katastrophalen Kreuzestod ihres Meisters etwas erlebt, das all ihr bisheriges Erfahren überstiegen hat. 

      Neu und überraschend haben Jüngerinnen und Jünger die Kraft  und Wirksamkeit ihres verstorbenen Meisters erlebt. Das war eine Erfahrung, die sie nur mit Worten wie Auferweckung oder Auferstehung benennen konnten. Die Kraft von der Anwesenheit JESU CHRISTI war so stark und das Licht seines neuen Lebenssinnes leuchtete so intensiv, dass die erstaunten und bewegten Jünger und Jüngerinnen der Person Jesu eine neue Qualität zuordnen mussten. Charakteristischer Name dafür war der aus der Geschichte Jissraels und der hebräischen Bibel erwachsene Titel „Messias“, auf griechisch heisst das „Christos“, zu deutsch: der „Gesalbte“. 

      Die Erfahrung dieser Kraft Gottes hat man mittels der griechischen Philosophie und Sprache formuliert und im Apostolischen Glaubensbekenntnis im Konzil von Konstantinopel anno 381 festgehalten. Bis heute findet sich dieses Glaubensbekenntnis in der römischen Messliturgie.

      Es ist klar, dass dieses Glaubensbekenntnis aus dem 4. Jh., heute, im Zeitalter der modernen Wissenschaft und Technik in unsere moderne Welt übersetzt werden muss.

      Es gibt drei wesentliche Zugänge zum Glauben an Jesus Christus. Der erste und heute vielleicht offenste Zugang ist Jesu Leben und Wirken, also das, was Jesus gesagt und gewirkt hat als Mensch in seiner Zeit. Bis heute ist Jesus uns Vorbild, Lehrer, Meister, Freund. An Jesus kann sich eine Beziehung, eine Freundschaft, eine Liebe entzünden, die uns ein Leben lang hilft und trägt. Wenn wir in seiner Spur vorangehen, wird unser Leben menschlich, sinnerfüllt, liebevoll, mutig und vertrauend.

      Ein zweiter, innerer Zugang ist Jesus am Kreuz. Durch das Erfahren von Leiden, Schmerz und Tod. Ich vergesse nie, was ich als Siebzehnjähriger erlebt habe, als ich plötzlich todkrank war. Da waren es nicht so sehr die Worte der Menschen, die mich getröstet haben; Mut und Vertrauen hat mir der Blick aufs Kreuz gegeben und der Gedanke: Auch Jesus hat Leiden, Schmerz und Tod erlebt und durchgestanden; ich bin nicht allein. Sein Leiden und Sterben war nicht nutzlos, es hat sich als sinnstiftend erwiesen.

      Der dritte Zugang zu Jesus Christus ist ein spiritueller, mystischer. Der Apostel Paulus hat diese Beziehung zu Jesus Christus intensivst erlebt als innerseelische Erfahrung, die Menschen spirituell tief und innig mit Jesus Christus verbindet. Durch die Eucharistie, durch liebendes inneres Gespräch mit Jesus Christus, durch Meditieren der Jesusworte im Evangelium, kann sich ein wunderbares Getragensein und Geführtsein ergeben. Man nennt das Christusmystik.

      Die drei Zugänge oder Erfahrungsfelder finden sich auch auf unserem Altarbild: Zunächst Jesus, der die gebeugte Frau heilt zu aufrechtem Gang. Eine der wichtigen Erfahrungen in unserem Leben: Heil werden zum aufrechten Gang. 

      Dann im Zentrum unseres Altarbildes: Jesus am Kreuz mit offenen Armen im Sinne des Johannesevangeliums: „Wenn ich erhöht bin, werde ich alle zu mir ziehen“ (Joh 12,32). Erfahren von Geborgenheit und Getragensein inmitten von Leiden, Schmerz und Tod.

      Und schliesslich im Bild ganz rechts nach dem erschütternden Kreuzestod Jesu die Erfahrung der Jünger: „Jesus Christus lebt; er ist mitten unter uns“. Nicht leiblicherweise, sondern geistigerweise, als die neue Melodie, die er uns spielt und die uns hilft, miteinander in Frieden und Freude zu leben und etwas vom Ideal des Reiches Gottes zu verwirklichen.

 

Dass diese neue Melodie nicht erstickt 
im lauten Betrieb und in der Geschäftigkeit unserer Zeit, 
dazu sind wir auch hier beisammen in unserer St. Annakirche, 
um miteinander stille zu werden, zu hören, zu beten, 
zu singen, zu erinnern und zu feiern.
Hans Schwegler

 





Kirchweihfest 2019
Samstag / Sonntag, 1. / 2. Juni 2019


Einführung in Lesung und Evangelium

     Die Lesung aus der Apostelgeschichte zeigt uns, wie schon die Jünger und Jüngerinnen nach dem Tod JESU sich in Jerusalem im Abendmahlsaal gemeinsam zusammengefunden haben gemeinsam Beten und Sich-Erinnern an JESUS.
      Als Evangelium hören wir dann die wunderbare Erzählung von der Begegnung JESU mit der gekrümmten Frau.
      Diese Erzählung ist in unserem Altarbild festgehalten. Sie ist uns Sinnbild für das, was unsere St. Annakirche sein möchte: Ein Ort der Stille und des Trostes.
      Wer immer in unsere St. Annakirche hineinkommt und betet, soll von seiner seelischen Gebeugtheit aufgerichtet werden zum aufrechten Sein vor GOTT und sich selbst.

       Hören wir nun gut auf die Lesung und das Evangelium!

Lesung aus der Apostelgeschichte
(Apostelgeschichte 1,12-14)

 

      Die Jünger kehrten vom Berg, der Ölberg genannt wird und nur einen Sabbatweg von Jerusalem entfernt ist, nach Jerusalem zurück.
      Als sie in die Stadt kamen, gingen sie in das Obergemach hinauf, wo sie nun ständig blieben: Petrus und Johannes, Jakobus und Andreas, Philippus und Thomas, Bartholomeus und Matthäus, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Simon, der Zelot, sowie Judas, der Sohn des Jakobus. Sie alle verharrten dort einmütig im Gebet, zusammen mit den Frauen und Maria, der Mutter Jesu, und seinen  Brüdern.

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas
(Lukas 13,10-17)

      Am Sabbat lehrte Jesus in einer Synagoge. Und siehe, da war eine Frau, die seit achtzehn Jahren krank war, weil sie von einem Krankheitsgeist geplagt wurde; sie war ganz verkrümmt und sie konnte nicht mehr aufrecht gehen.
      Als Jesus sie sah, rief er sie zu sich und sagte: Frau, du bist von deinem Leiden erlöst.Und er legte ihr die Hände auf. Im gleichen Augenblick richtete sie sich auf und pries Gott.
      Der Synagogenvorsteher aber war empört darüber, dass Jesus am Sabbat heilte, und sagte zu den Leuten: Sechs Tage sind zum Arbeiten da. Kommt also an diesen Tagen und lasst euch heilen, nicht am Sabbat!
      Der Herr erwiderte ihm: Ihr Heuchler! Bindet nicht jeder von euch am Sabbat seinen Ochsen oder Esel von der Krippe los und führt ihn zur Tränke? Diese Frau aber, die eine Tochter Abrahams ist und die der Satan schon seit achtzehn Jahren gefesselt hielt, sollte am Sabbat nicht davon befreit werden dürfen?
      Durch diese Worte wurden alle seine Gegner beschämt; das ganze Volk aber freute sich über all die grossen Taten, die er vollbrachte.

Predigtwort
Unsere St. Annakirche

      Heute, am Gedenktag der Erneuerung und Einweihung unserer St. Annakirche, möchte ich mit Euch nachdenken über einige besondere Gegebenheiten in unserem Kirchenraum.
      Wenn wir unsere Kirche betreten fallen sofort ins Auge drei Skulpturen aus Jura-Kalkstein: der Taufstein, der Ambo und der Altar.
      Der Taufstein am Eingang der Kirche ist ein markantes Zeichen für die Taufe als Sakrament und Mysterium, das uns einweiht in das Geheimnis von Tod und Auferstehung Jesu Christi. In der Taufe hören wir die Stimme GOTTES an uns: „Du bist mein geliebter Sohn, du bist meine geliebte Tochter.“ Und jedesmal, wenn wir beim Betreten und Verlassen des Kirchenraumes Weihwasser nehmen und das Kreuzzeichen machen, will dieses Zeichen erinnern an die Taufe und damit auch an GOTTES Liebe und Schutz über uns.
      Der Ambo im Altarraum vorn links ist eine besondere Stelle. Von diesem Ort aus wird im Gottesdienst aus der hebräischen Bibel, dem sog. Alten oder besser Ersten Testament und aus dem griechischen Neuen Testament vorgelesen. Das bedeutet, dass hier vom Ambo aus die Frohbotschaft von GOTTES Kraft und Liebe verkündet werden, so wie sie im Zeitalter der Bibel erlebt und heute in unserer modernen Zeit gedeutet werden.
      Die Form des Ambo haben wir übernommen vom ältesten Kloster in der Schweiz, vom Benediktinerkloster Romainmôtier (erste Gründung im 5. Jahrhundert).
      Im Zentrum vorn in der Kirche ist der Altar, der Tisch für die Eucharistiefeier, diese Erinnerung an das Liebesmahl Jesu mit seinen Jüngern und Jüngerinnen.
      Von dem Geheimnis, das auf dem Altar gefeiert wird, erzählt auch das grosse Glasfenster aus der ursprünglichen Kirche. Da sind die Gaben von Brot und Wein, die uns zum Leben dienen und die im Gottesdienst durch das Zentrum des Kreuzes im Gottesdienst uns zum Sakrament der Stärkung werden für unser Vertrauen auf GOTTES Liebe zu uns.
      Etwas Besonderes in unserer Kirche ist der siebenarmige Leuchter. In seiner Mitte brennt das Licht,  Tag und Nacht, das sogenannte „ewige Licht“, und symbolisiert so die Anwesenheit GOTTES. Im Gottesdienst leuchten jeweils alle sieben Lichter.
      Der siebenarmige Leuchter heisst auf hebräisch „Menora“ und ist ein wichtiges religiösen Symbol des Judentums:
      Schon im zweiten Buch der Bibel, im Buch Exodus, ist die Menora mehrfach erwähnt. Sie stand im Offenbarungszelt des Moses, dann im Tempel Salomos in Jerusalem, und tausend Jahre später auch im Tempel des Herodes zur Zeit Jesu. Die sieben Arme mit den sieben Lichtern symbolisieren die sieben Tage der Schöpfung mit dem Schabbat, dem Ruhetag.
      Die Menora, der siebenarmige Leuchter, ist für uns Christen ein wichtiges Wahrzeichen, das uns stets erinnern will an unsere religiöse Wurzel, aus der wir Christen stammen, nämlich: der jüdische Glauben, die jüdische Tradition. Paulus hat diese Wirklichkeit in seinem Brief an die christliche Gemeinde in Rom vor bald 2000 Jahren ganz klar ausgedrückt mit den Worten: „Nicht du trägst die Wurzel, sondern die Wurzel trägt dich.“ Und das bedeutet für uns Christen auch heute: Ehrfurcht und Respekt vor dem Heilsweg des jüdischen Glaubens und der jüdischen Tradition.
      Auf der anderen Seite des Altars steht die Osterkerze. Sie steht auf gleichem Leuchter wie die jüdische Menora. Nun aber sind die sieben Lichtarme nicht ausgebreitet, sondern symbolisch wie in eine Blüte vereinigt zum Tragen der Osterkerze.
      Die Osterkerze ist für uns das Symbol für JESUS CHRISTUS, den Gekreuzigten und Auferstandenen. Durch JESUS und sein Wirken nach dem Tod in den Jüngerinnen und Jüngern und in den sich entwickelnden Gemeinden hat der biblische Glaube an den einen GOTT die vielen Völker weltweit mit neuem Licht erhellt und neuem Sinn erfüllt, und das durch all die Jahrhunderte bis zu uns heute.
      Vom Altarbild, von dem es so viel zu erzählen gäbe, habe ich fürs Evangelium das Bild von der gekrümmten Frau herausgegriffen und den Sinn für unsere St. Annakirche angedeutet.
      Auch auf den Tabernakel und die Erinnerung an unsere Kirchenpatronin Anna mit der schönen Statue „Anna Selbdritt“ mit ihren Kerzen, wie auch auf das Schöpfungsfenster, die Orgel und die Totenwand kann ich heute nicht näher eingehen.
       Ein Aspekt ist mir jetzt noch sehr wichtig: All das, von dem wir jetzt gesprochen haben, hätte so nie geschaffen werden können ohne die Talente der Menschen, die mitgewirkt haben: Architekt, Künstler, Baukommission, Kirchenpflege, Stiftungsrat, sowie die grosszügigen Spenderinnen und Spender  und alle, alle, die Mitwirkenden beim Gestalten, Bauen und Feiern.
      Ganz besonderen Dank allen, die auch in unserer heutigen, bewegten, lauten und so geschäftigen Welt mithelfen, dass unsere St. Annakirche eine Oase der inneren Stille, des Friedens, der Ehrfurcht und der Freude bleibt.

Und über allem: Dank an GOTT, 
dem Urgrund allen Seins, Wirkens und Lebens.
Hans Schwegler





Festliche Erstkommunion

Weisser Sonntag, 28. April 2019
Gedanken zur Erstkommunion

Liebe Mädchen und Buben! Im Vorbereitungsjahr auf die Erstkommunion habt ihr von den Katechetinnen und auch von euren Eltern und Grosseltern vieles gelernt über das Leben und Wirken JESU und unser eigenes christliches Leben.

      Wir hören jetzt gemeinsam auf einen kleinen Ausschnitt aus dem Evangelium zum heutigen so besonderen Festtag.
 
 Lesung aus dem Evangelium nach Lukas

 (Lukas 22,7ff)

      „Dann kam der Tag der ungesäuerten Brote, an dem das Paschalamm geschlachtet werden musste. Jesus schickte Petrus und Johannes in die Stadt und sagte: Geht und bereitet das Paschamahl für uns vor, damit wir es gemeinsam essen können... Sie gingen und bereiteten das Paschamahl vor.
      Als die Stunde gekommen war, begab Jesus sich mit den Aposteln zu Tisch. Und er sagte zu ihnen: Ich habe mich sehr danach gesehnt, vor meinem Leiden dieses Paschamahl mit euch zu essen.
      Und er nahm den Kelch, sprach das Dankgebet und sagte: Nehmt den Wein, verteilt ihn untereinander! ...
      Und er nahm Brot, sprach das Dankgebet, brach das Brot und reichte es ihnen mit den Worten: Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Tut dies zu meinem Gedächtnis! Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch und sagte: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird.“

      Das Evangelium zu unserem heutigen Festtag erzählt, wie JESUS mit seinen Jüngern und Jüngerinnen Fest gefeiert hat, wie er gedankt hat für das Brot und den Wein.
      Und so wie JESUS Feste und Schabbat gefeiert hat, so haben auch die ersten Christen am ersten Tag in der Woche, am Sonntag, mit Brot und Wein Gott gedankt. Darum bekam dieses dankende Beisammensein mit Brot und Wein den Namen „Eucharistie“, was auf deutsch heisst „Danksagung“.
      Nach dem Bericht der Evangelien war dies das letzte festliche Essen vor dem frühen Tod Jesu. Nach seinem  erschütternden Tod am Kreuz haben die Jünger und Jüngerinnen sich intensiv erinnert an dieses letzte Paschamahl mit JESUS.
      Das Paschafest besteht in einem besonderen Essen mit Gebeten, biblischen Texten und Gespräch.  Es ist ein Fest zur Erinnerung an die Befreiung aus der Knechtschaft in Ägypten. Seit zweieinhalb tausend Jahren feiern die Juden alljährlich dieses Fest der Erinnerung an die Befreiung. Gestern war der Schlusstag des 8 Tage dauernden jüdischen Paschaafestes.
      Jahrhundertalte Erfahrung zeigt, dass gemeinsames Essen ein wichtiger Aspekt ist für menschliches Leben. Diese Menschenerfahrung stellt auch modernen Eltern und Familien heute Fragen: Wie gestalten wir konkret in unserer Familie das gemeinsame Essen? Wie danken wir dafür, dass wir gut und genug essen können? Wie werden wir uns bewusst, dass unser Leben ein grosses Geschenk ist? Wie erinnern wir uns im Getriebe  und Funktionieren des Alltags an die Kraft hinter allem, dieser Urgrund, der uns liebend trägt und den wir GOTT nennen? Wie und wann können wir echt beten miteinander?
Da sind nicht nur Worte hilfreich, sondern auch Zeichen: z.B. das Kreuzzeichen als Segenszeichen auf die Stirn oder die segnende Hand auf dem Kopf, oder ein Bild oder ein Kreuz oder ein anderes religiöses Zeichen in der Wohnung, das uns immer wieder erinnert. Wir können uns auch fragen: Hilft uns die Art und Weise, wie wir den Sonntag gestalten, zu vollerem, tieferem, menschlicherem Leben?
      Bei all dem geht es nicht darum, uns mit religiösen Vorschriften zu belasten; es geht vielmehr um unser seelisches Leben, unser Aufatmen, um unser Vertrauen, Hoffen und Lieben. Dazu sind Erinnerungen an Erfahrenes wichtig; wir brauchen Zeichen, Symbole, Gebete.                                                                                                                                   
Da sind nicht nur Worte hilfreich, sondern auch Zeichen: z.B. das Kreuzzeichen als Segenszeichen auf die Stirn oder die segnende Hand auf dem Kopf, oder ein Bild oder ein Kreuz oder ein anderes religiöses Zeichen in der Wohnung, das uns immer wieder erinnert. Wir können uns auch fragen: Hilft uns die Art und Weise, wie wir den Sonntag gestalten, zu vollerem, tieferem, menschlicherem Leben?

      Bei all dem geht es nicht darum, uns mit religiösen Vorschriften zu belasten; es geht vielmehr um unser seelisches Leben, unser Aufatmen, um unser Vertrauen, Hoffen und Lieben. Dazu sind Erinnerungen an Erfahrenes wichtig; wir brauchen Zeichen, Symbole, Gebete.

      Liebe Eltern und Grosseltern, Paten und Verwandte, Katechetinnen und Lehrer! Eurem täglichen Sein und Wirken gebührt von unserer Glaubensgemeinde und von unserer Zivilgesellschaft ganz grosser Dank für alles, was ihr tut für den Aufbau und Erhalt einer kommenden Generation und einer Gemeinschaft in Respekt und Würde, in Frieden und gegenseitigem Vertrauen.

Die heutige festliche Erstkommunion
ist ein Schritt in eine neue Entwicklungsstufe,
die Ihr Kind erreicht hat.
Und diese gute Entwicklungsgeschichte Ihrer Kinder
ist auch Grund zu grosser Freude und Dank!
Wir alle freuen uns mit Ihnen
über diesen wichtigen Schritt
in der Menschwerdung Ihrer Kinder!
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                   Hans Schwegler