Auf SEINE STIMME hören


23. Sonntag im Jahreskreis C

Sonntag, 8. September 2019

Einführung in die Lesung 

    Die Worte, die wir nun in der Lesung hören werden, sind uns überliefert im Brief an Philemon. Der Völkerapostel Paulus hat diesen Brief an Philemon vermutlich in Ephesus geschrieben, etwa um das Jahr 55 n.Chr.
    Es ist ein sehr persönlich gehaltener Brief. Er zeigt uns unter anderem, wie Paulus seine geistliche Autorität als Apostel gelebt hat.
    Hören wir gut! 

Lesung aus dem Brief des Apostel Paulus an Philemon

(Brief an Philemon 9b-10.12-17) 

         Lieber Bruder! Ich, Paulus, ein alter Mann, jetzt auch Gefangener Christi Jesu, ich bitte dich für mein Kind Onesimus, dem ich im Gefängnis zum Vater geworden bin. 
         Ich schicke ihn zu dir zurück, ihn, das bedeutet mein Innerstes. Ich wollte ihn bei mir behalten, damit er mir an deiner Stelle dient in den Fesseln des Evangeliums. Aber ohne deine Zustimmung wollte ich nichts tun. Deine gute Tat soll nicht erzwungen, sondern freiwillig sein.
         Denn vielleicht wurde er deshalb eine Weile von dir getrennt, damit du ihn für ewig zurückerhälst, nicht mehr als Sklaven, sondern als weit mehr: als geliebten Bruder. Das ist er jedenfalls für mich, um wieviel mehr dann für dich, als Mensch und auch vor dem Herrn. 
         Wenn du also mit mir Gemeinschaft hast, nimm ihn auf wie mich!

 Lesung aus dem Evangelium nach Lukas

(Lukas 14,25-33)

    In jener Zeit begleiteten viele Menschen  Jesus; da wandte er sich an sie und sagte:
    Wenn jemand zu mir kommt und nicht Vater und Mutter, Frau und Kinder, Brüder und Schwestern, ja sogar sein Leben gering achtet, dann kann er nicht mein Jünger sein. Wer nicht sein Kreuz trägt  und hinter mir hergeht, der kann nicht mein Jünger sein.
    Denn wenn einer von euch einen Turm bauen will, setzt er sich dann nicht zuerst hin und berechnet die Kosten, ob seine Mittel für das ganze Vorhaben ausreichen?
    Sonst könnte es geschehen, dass er das Fundament gelegt hat, dann aber den Bau nicht fertigstellen kann. Und alle, die es sehen, würden ihn verspotten und sagen: Der da hat einen Bau begonnen und konnte ihn nicht zu Ende führen.
    Oder wenn ein König gegen einen anderen in den Krieg zieht, setzt er sich dann nicht zuerst hin und überlegt, ob er sich mit seinen zehntausend Mann dem entgegenstellen kann, der mit zwanzigtausend gegen ihn anrückt? Kann er es nicht, dann schickt er eine Gesandtschaft, solange der andere noch weit weg ist, und bittet um Frieden.
    Ebenso kann keiner von euch mein Jünger sein, wenn er nicht auf seinen ganzen Besitz verzichtet.

 

Predigtwort

Einander Bruder und Schwester sein!

    Der heutige Evangeliumsabschnitt spricht von der Radikalität der Nachfolge Jesu. Authentische Nachfolge Jesu kann nie halbherzig geschehen. Erschütternd sind die Worte, die Jesus hierfür gebraucht. Aber darauf will ich jetzt nicht eingehen.
    Heute will ich mit Euch nachdenken über Denkensart und  Wirken des Apostel Paulus, wie es sich zeigt in seinem Brief an Philemon. Der Philemonbrief ist das kürzeste Schriftstück im Neuen Testament.
    Was war damals, also etwa ums Jahr 55 n.Chr. passiert? In Kolossä gab es eine kleine christliche Glaubensgemeinde, die sich jeweils im Hause des Philemon versammelte. Philemon war auch der Leiter der kleinen Christengemeinschaft. Der schöne griechische Name Philemon bedeutet „Liebender“.
    Philemon war ein Freund des Paulus. An ihn und seine Frau, wie auch an Archippus und die ganze christliche Hausgemeinde in Kolossä hat Paulus um 55 n.Chr. aus Ephesus einen kleinen Brief geschrieben.
    In diesem Brief formuliert Paulus ein ganz konkretes Anliegen: Dem wohlhabenden Hausbesitzer Philemon ist der Sklave Onesimus entlaufen. Onesimus war damals ein beliebter Sklavenname und bedeutet zu deutsch „der Nützliche“.
    Paulus bittet nun seinen Freund, den Hausbesitzer und Gemeindeleiter Philemon, er solle seinen entlaufenen Sklaven Onesimus wieder aufnehmen, und zwar als geliebten Bruder. Denn Onesimus ist Christ geworden und Paulus ans Herz gewachsen.
    Interessant ist nun zu erkennen, dass Paulus nicht das System der Sklaverei kritisiert, sondern die gemeinsame Bindung an JESUS CHRISTRUS, anspricht. Sklavenhalter und Sklave sind Brüder in CHRISTUS, dem auferstandenen Herrn.
    Paulus beginnt zu überlegen: Ich bin Christ, Philemon ist Christ, Onesimus ist Christ. Gehört denn der Sklave Onesimus noch dem Hausherrn Philemon ? Und umgekehrt, ist es recht, dass der Sklave Onesimus seinem vorgesetzten Herrn Philemon davongelaufen ist? 
    Aus dieser Überlegungen schreibt nun Paulus:
    ‚Bruder Philemon, dein Sklave Onesimus ist bei mir. Ich schicke ihn zu dir zurück, aber mit bangem Herzen. Du musst wissen, es hat sich etwas verändert, grundlegend verändert. Onesimus gehört jetzt nämlich zu uns, zum Leib CHRISTI; dieser Leib hat viele Glieder, aber jedes ist wichtig und wertvoll.
    Ich frage mich und frage dich: Kann Onesimus jetzt noch Sklave sein? In der Wiedergeburt der Taufe ist er dir doch wesentlich verwandt geworden. Ich erlebe und sehe ihn als geliebten Bruder. Wenn er jetzt zu dir zurückkommt: Kannst du  ihn jetzt wohl neu kennen lernen? Ganz neu kennen lernen als Bruder?
    Lieber Philemon, ich kann und will dir nichts vorschreiben. Aber diese Gedanken bewegen mich. Also bitte ich dich: Nimm Onesimus wieder auf. Erkenne in ihm meinen Bruder.’
    Der Völkerapostel kritisiert also nicht das System der Sklaverei, sondern weist auf die gemeinsame Beziehung und Bindung an JESUS CHRISTUS. Damit tritt an die Stelle der hierarchischen Macht die geschwisterliche Beziehung unter Gleichgestellten.
    Daraus entsteht kein sozialer Umsturz, keine blutige Revolution, und doch verändert sich durch diesen Bewusstseinswandel alles.
    Hier beginnt etwas ganz klein und es dauerte Jahrhunderte, bis dieser Brief seine Kraft voll entfalten konnte. Bis verstanden wurde, dass nicht nur Getaufte, sondern alle Menschen Ebenbilder GOTTES sind und untereinander Brüder und Schwestern. Dieser Bewusstseinswandel ist auch heute noch zu führen.
    Die wahre Revolution beginnt ganz klein. Die kleinen Taten sind nicht sinnlos, wenn sie von Herzen kommen und GOTTES Geist atmen. Unsere kleinen Taten sind nicht sinnlos, wenn sie von Herzen kommen und GOTTES Geist atmen.
    Vielleicht sollten auch wir weniger versuchen, Strukturen umzuwerfen und mehr die Herzen bewegen.


In der Nachfolge Jesu und in Jünger-Sein
sind wir eh und je Anfänger. Aber es lohnt,
sich immer wieder neu auf den Weg zu machen.
Denn
Jeder Tag ist eine neue Berufung





20. Sonntag im Jahreskreis C

Sonntag, 18. August 2019 

Einführung in die Lesung 

    Die Lesung, welche die Liturgie zum heutigen Sonntag uns verkündet, stammt aus dem Hebräerbrief. Dieser Brief ist zwischen 85 und 95 geschrieben worden und versteht sich selbst als eine „Mahnrede(13,22).
   Er zeigt, dass wir auf Vorbilderschauen sollen, wenn Zweifel und Nöte uns bedrängen. Wir sollen vor allem auf JESUSblicken, damit wir nicht mutlos werden und nicht ermatten.

Lesung aus dem Hebräerbrief
(Hebräer 12,1-4)

      Schwestern und Brüder! Darum wollen auch wir, die wir eine solche Wolke von Zeugen um uns haben, alle Last und die Sünde abwerfen, die uns so leicht umstrickt. Lasst uns mir Ausdauer in dem Wettkampf laufen, der vor uns liegt, und dabei auf Jesus blicken, den Urheber und Vollender des Glaubens; er hat angesichts der vor ihm liegenden Freude das Kreuz auf sich genommen, ohne auf die Schande zu achten, und sich zur Rechten auf Gottes Thron gesetzt.
    Richtet also eure Aufmerksamkeit auf den, der solche Anfeindung von Seiten der Sünder gegen sich erduldet hat, damit ihr nicht ermattet und mutlos werdet!
    Ihr habt im Kampf gegen die Sünde noch nicht bis aufs Blut Widerstand geleistet.


Lesung aus dem Evangelium nach Lukas
(Lukas 12,49-53)

    In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ich bin gekommen, um Feuer auf die Erde zu werfen. Wie froh wäre ich, es würde schon brennen!
    Ich muss mit einer Taufe getauft werden, und wie bin ich bedrängt, bis sie vollzogen ist.
    Meint ihr, ich sei gekommen, um Frieden auf der Erde zu bringen? Nein, sage ich euch, sondern Spaltung.
    Denn von nun an werden fünf Menschen im gleichen Haus  in Zwietracht leben: Drei werden gegen zwei stehen und zwei gegen drei; der Vater wird gegen den Sohn stehen und der Sohn gegen den Vater, die Mutter gegen die Tochter und die Tochter gegen die Mutter, die Schwiegermutter gegen ihre Schwiegertochter und die Schwiegertochter gegen die Schwiegermutter.

Predigtwort
„Feuer auf die Erde werfen“ 

    Solch harte Evangeliumsworte als frohe Botschaft JESU sind wir nicht gewohnt. Sie passen nicht in unser Bild von JESUS, der heilt und Frieden verkündet.
   Wir Christen sind doch vom Evangelium her grundsätzlich bewegt, Frieden zu stiften und nicht Streit. Dazu ermutigt uns die Bergpredigt des Matthäusevangeliums, wo es unter anderem heisst: „Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Kinder Gottes genannt werden.“
   Trotzdem ist es auch Erfahrung von uns Menschen, dass ein Bekenntnis zu GOTTund zur christlichen Lebenshaltung in gewissen Situationen statt zu Einigkeit zu Zwiespalt führen kann. Und dieser Zwiespalt kann zum äusseren Streit ausarten oder uns auch intensiv in unserem Innersten bedrängen.
   Was geht in uns vor, wenn unsere Lebenseinstellung als gläubige Katholiken ins Kreuzfeuer gerät? Was geht in uns vor, wenn unser Glaube von Zweifeln durchsetzt wird? Was geht in uns vor, wenn wir in Gefahr sind, alles aufzugeben, weil es ja doch nichts bringt?
   In solchen Situationen ist es gut, Vorbilder zu haben: Vorbild in den Eltern oder GrosselternVorbild in einem Freund oder FreundinVorbild in einer Gruppe als Glaubensgemeinde. Auch Erzählungen,Gebete und Bekenntnisse der Bibel können uns dann stärkendes und ermutigendes Vorbild sein.
   Für den Apostel Paulus war JESUS CHRISTUS das absolute VorbildJESUS CHRISTUS war die entscheidende  Bewegungskraft für all sein WirkenTun und Leben.
   Kraft zu geistiger Bewegung kann JESUS CHRISTUS auch für uns sein, so wie es im heutigen Evangelium heisst: „Ich bin gekommen, um Feuer auf die Erde zu werfen. Wie froh wäre ich, es würde schon brennen!
   Es geht da nicht um das Höllenfeuer, mit dem uns oftmals Angst gemacht wurde. Es geht vielmehr darum, Licht und Wärm ein unser Leben zu bringen durch das, was JESUS will, was er sagt und was er tut. Es geht um Liebe zu GOTT, der Urkraft allen Lebens und aller Liebe. Glühendes Lebensfeuer und Liebesfeuer wünscht sich JESUS CHRISTUS in jeder seiner Jüngerinnen und Jünger.  

Möchte doch dieses Feuer der Liebe
das Leben von uns allen erleuchten, erwärmen und beseelen!

Es kann darum gut und anregend sein, jetzt mal für sich selbst zu überlegen:
Wer ist mir in meinem früheren Leben Vorbild gewesen?
Wer ist mir heute Vorbild?
Wer oder was hat mir den Mut gegeben,
Entscheidungen zu treffen zu einem Leben mit VertrauenHoffen und Lieben?

Und wenn in unserer Erinnerung
solch vorbildliche Personen
und Situationen aufsteigen,
danken wir ihnen und danken GOTT
aus ganzem Herzen.
 

Fest Mariä Aufnahme in den Himmel
Donnerstag, 15. August 2019

Einführung in die Lesung 
    Die Lesung  am Festtag Mariä Himmelfahrt bringt in kurzen Sätzen etwas von der tiefen Erfahrung und Glaubensüberzeugung des Völkerapostel Paulus. Paulus ist durch seine mystische Glaubenserfahrung mit JESUS CHRISTUS zutiefst überzeugt, dass der Tod von uns Menschen nicht einfach Untergang ist, sondern Auferstehung zu neuem, ewigem Leben.
    Für Paulus bilden wir Menschen gemäss dem Ersten Testament eine Schicksalsgemeinschaft hin auf den Tod! Und in CHRISTUS sind wir eine Hoffnungsgemeinschaft hin auf die Verheissung ewigen Lebens.
    Hören wir nun gut auf dieses eindrückliche Glaubensbekenntnis von Paulus!

Lesung aus dem ersten Korintherbrief
(1 Korinther 15,20-27a)
    Schwestern und Brüder! Christus ist von den Toten auferweckt worden als der Erste der Entschlafenen. Da nämlich durch einen Menschen der Tod gekommen ist, kommt durch einen Menschen auch die Auferstehung der Toten. Denn wie in Adam alle sterben, so werden in Christus alle lebendig gemacht werden.
    Es gibt aber eine bestimmte Reihenfolge: Erster ist Christus; dann folgen, wenn Christus kommt, alle, die zu ihm gehören. Danach kommt das Ende, wenn er jede Macht, Gewalt und Kraft entmachtet hat und seine Herrschaft Gott, dem Vater, übergibt. Denn er muss herrschen, bis Gott ihm alle Feinde unter die Füsse gelegt hat. Der letzte Feind, der entmachtet wird, ist der Tod. Denn alles hat er seinen Füssen unterworfen.

Lesung aus dem Evangelium nach Lukas
(Lukas 1,39-56) 
 
    In jenen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland Judäa. Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüsste Elisabet. Als Elisabet den Gruss Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabet vom heiligen Geist erfüllt und rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes. Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? In dem Augenblick als ich deinen Gruss hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib. Selig ist, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen liess.
Da sagte Maria:
    Meine Seele preist die Grösse des Herrn und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter. Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter. Denn der Mächtige hat Grosses an mir getan und sein Name ist heilig. Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle, die ich n fürchten. Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind; er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen. Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und lässt die Reichen leer ausgehen. Er nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an sein Erbarmen, das er unsern Vätern verheissen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.
    Und Maria blieb etwa drei Monate bei ihr; dann kehrte sie nach Hause zurück.

Predigtwort
Ewiges Leben
    Das Fest Mariä Himmelfahrt spricht von einem Thema, das in unserer modernen Zeit eher suspekt ist und wenig Beachtung findet. Wir leben in einer Zeit, da ist wissenschaftliches Denken und technisches Können eindeutig gefragter und wichtiger als Lebensphilosophie oder gar Theologie.
    Gerade in solch säkularer Zeit stellt sich die Frage: Was bedeutet eigentlich das Fest Mariä Himmelfahrt? Was will uns dieses Fest sagen? Was meint der dogmatische Satz: „Maria ist mit Leib und Seele in die himmlische Herrlichkeit aufgenommen worden?
    Ich will versuchen zu erklären, was dieser theologische Lehrsatz für mich bedeuten kann.
    Über das, was geistigerweise nach dem Tod ist, wissen wir aus menschlichem Wissen nichts direkt. Der Tod ist eine absolute Mauer zum Jenseits.
    Im Laufe der Jahrhunderte ist zwar Vieles über das Jenseits gedacht, gesagt und geschrieben worden. Aber all dieses zum Teil Schöne, Wunderbare und zum Teil auch Furchtbare, Beängstigende über das Sein und Leben nach dem Tode, all dieses ist von Menschen auf dieser Erde erdacht, gesagt und geschrieben worden.
    In der Bibel, im Ersten und im Neuen Testament, sind Erfahrungen von Menschen festgehalten, Erfahrungen über Jahrhunderte hin, Erfahrungen in verschiedenen Völkern und Kulturen. Diese Erfahrungen zeigen, dass menschliches Leben gedeiht im Vertrauen auf GOTT.
    Diese menschlichen Erfahrungen offenbaren uns auch, dass GOTT Liebe ist und unser Sterben Eingehen in die ewige Liebe GOTTES.
    Wie das sein wird, wissen wir nicht. Aber uns bewegt und stärkt das Vertrauen, dass GOTT uns liebt und dass der Tod nicht einfach das Ende, sondern neues Leben in GOTTES Liebe ist.
    Ein Symbol und Vorbild für diese Glaubenserfahrung ist uns Maria, die den Weg der Liebe gelebt hat und von der wir glauben, dass sie mit Leib und Seele, d.h. mit ihrem ganzen Menschsein, mit all dem, was sie erlebt, erfreut, erlitten und getragen hat, in GOTTES Liebe wunderbar geborgen ist.
    Von Maria glauben wir als christliche Glaubensgemeinschaft, dass sie mit ihrem ganzen Menschsein, mit ihrer Leib-seelischen Erfahrung in die Liebe und Glorie GOTTES eingegangen ist.
    Solches Vertrauen ist zugleich auch eine wunderbare Hoffnung für uns Menschen hier und heute: Hoffnung, dass auch wir in der Liebe GOTTES leben und sterben können.
    Unser Altarbild zeigt im unteren Teil des Mittelbildes die Pietà: Maria in grossen Not mit dem am Kreuz gestorbenen JESUS im Schoss, und dem geöffneten Auge, das über die Not hinausblickt und lebt aus dem Vertrauen und der Hoffnung auf die unendliche Liebe GOTTES.
    Das Feiern vom Fest MARIA HIMMELFAHRT will auch in uns immer wieder dieses Vertrauen und diese Hoffnung stärken.

Im Vertrauen auf GOTT leben
und in GOTT hineinsterben
heisst AUFERSTEHUNG!
 


19. Sonntag im Jahreskreis C
Sonntag, 11. August 2019

Einführung in die Lesung

      Die heutige Lesung aus dem Hebräerbrief schildert anhand von Beispielen aus der Glaubenstradition Israels, was religiöser Glauben ist. Religiöser Glaube ist das Vertrauen darauf, dass GOTT eine Verheissung hat – für mich, für uns, für alle Menschen.
      Der Hebräerbrief führt dafür Beispiele an aus der biblischen Tradition. Wir sollen gestärkt werden in unserem Vertrauen, dass echter Gottesglauben Berge versetzen kann.

 

Lesung aus dem Hebräerbrief
Kurzform: Hebräer 11,1-2.8-12)

   Schwestern und Brüder! Glaube aber ist: Grundlage dessen, was man erhofft, ein Zutagetreten von Tatsachen, die man nicht sieht.
   Aufgrund dieses Glaubens haben die Alten ein gutes Zeugnis erhalten. ...
  Aufgrund des Glaubens gehorchte Abraham  dem Ruf, wegzuziehen in ein Land, das er zum Erbe erhalten sollte; und er zog weg, ohne zu wissen, wohin er kommen würde.
  Aufgrund des Glaubens siedelte er im verheissenen Land wie in der Fremde und wohnte mit Isaak und Jakob, den Miterben derselben Verheissung, in Zelten; denn er erwartete die Stadt mit den festen Grundmauern, die Gott selbst geplant und gebaut hat.
  Aufgrund des Glaubens empfing selbst Sara, die unfruchtbar war, die Kraft, trotz ihres Alters noch Mutter zu werden; denn sie hielt den für treu, der die Verheissung gegeben hatte. So stammen denn auch von einem einzigen Menschen, dessen Kraft bereits erstorben war, viele ab: zahlreich wie die Sterne am Himmel und der Sand am Meeresstrand, den man nicht zählen kann.

 

Lesung aus dem Evangelium nach Lukas
(Kurzform: Lukas 12,32-34)
 

  In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Fürchte dich nicht, du kleine Herde! Denn euer Vater hat beschlossen, euch das Reich zu geben.
  Verkauft euren Besitz und gebt Almosen! Macht euch Geldbeutel, die nicht alt werden! Verschafft euch einen Schatz, der nicht abnimmt, im Himmel, wo kein Dieb ihn findet und keine Motte ihn frisst! Denn wo euer Schatz ist, da ist auch euer Herz.

 

Predigtwort
„Fürchte dich nicht, du kleine Herde“

         Das heutige Evangelium beginnt mit dem ermutigenden Satz: „Fürchte dich nicht, du kleine Herde! Denn euer Vater hat beschlossen, euch das Reich zu geben.“
      Dazu möchte ich heute etwas erzählen, das mir Mut gemacht hat inmitten unserer heutigen Zeit. Es ist eine persönliche Erfahrung aus den letzten Tagen. Ich habe zum ersten Mal eine Woche Ferien gemacht im Kneipp-Kurhaus St. Josefin Bad Wörishofen.
    In meiner Jugendzeit hatte mein Vaterein dickes Buch vom Pfarrer Sebastian Kneippüber sein Naturheilverfahren mit den
5 ElementenWasserBewegungErnährungKräuterund innere Ordnung. Mein Vater hat die Einsichten von Kneipp sehr geschätzt und auch praktiziert, z.B. das Tau-Laufen am Morgen. Aber nach Bad Wörishofen ist er nie gekommen. So habe ich gedacht, 22 Jahre nach seinem Tod, ich wolle doch mal für ihn eine Woche zum Kneip-Kurhaus nach Wörishofen gehen.
   Die Erfahrung dieser Woche dort hat mich sehr betroffen gemacht. Ich habe die schöne, sinnvolle und praktische Anlage dort erlebt und bestaunt: die prächtigen Bäume, die bunten Wiesen, die verschiedenartigsten Blumen und Kräuter, und auch die verschiedenen Aktivitäten im Dienst des Körpers und der Seele. Beim morgendlichen Tau-Laufen habe ich in Erinnerung an meinen Vater geweint.
    Auf dieser so anregenden Anlage gibt es an verschiedenen Stellen steinerne Stelen, auf denen Zitate von Kneipp angebracht sind. Da heisst es zum Beispiel:
Die Zusammenhänge von Körper, Geist und Seele sind unverzichtbar für ein gesundes Leben.
oder
Der Weg zur Gesundheit führt durch die Küche und nicht durch die Apotheke.
    An einem besonderen Ort ist ein schönes, eindrückliches Kreuz aufgerichtet. Darunter stehen 3 eindrückliche Sätze:

Im Kreuz ist Heil
Im Kreuz ist Leben
Im Kreuz ist Hoffnung

    Die Wahrheit dieser 3 Sätze habe ich als 17-Jähriger ganz konkret in meinem Leben erfahren.
    Die urchristliche Erfahrung mit dem Kreuzkann auch uns heute in unseren modernen Nöten und Enttäuschungen stärken und ermutigen.
    Solche Erfahrungen geben Kraft und bestärken auch in unserer Zeit die Verheissung JESU im Evangelium: „Fürchte dich nicht, du kleine Herde! Denn euer Vater hat beschlossen, euch das Reich zu geben.“
    Das bedeutet:Wir sind aufgehoben im VertrauendassGOTT uns liebtund dass wir in seiner Liebe geborgensind. Symbolfür diese Liebe ist für Juden wie Christen der Bund Gottesnach der Flut-Katastrophemit Noah, der Bund mit Abraham, und dann der Bundesschluss mitMosesund den Israelitenam Sinai; und für uns Christenist auch das Kreuzein tiefes Symbolder Liebe GOTTES.
    Ich will unser Nachdenken hier beenden mit Erfahrungen, die Kräuterpfarrer Kneippso formuliert hat: 

Wer Gesundheit und Wohlbefinden
in seinem Körper spüren möchte,
sollte seine Ernährung ausgewogen, frisch
und abwechslungsreich gestalten. - 

Der Weg zur Gesundheit
führt durch die Küche und nicht durch die Apotheke. -

Die Zusammenhänge
von Körper, Geist und Seele sind
unverzichtbar für ein gesundes Leben. -

Im Kreuz ist Heil
Im Kreuz ist Leben
Im Kreuz ist Hoffnung.